Marienkapelle

Die Marienkapelle im Oberdorf wurde 1990 vom Klausenpilgerverein mit Beteiligung der Dorfbevölkerung errichtet.
Die Gonzerather pilgern nachweislich seit über 125 Jahren zur schmerzhaften Muttergottes nach Klausen, und dies war der Anlass auch in unserem Dorf eine Marienkapelle zu errichten. Im Jahre 2005 fand die 125-jährige Jubiläumswallfahrt nach Klausen statt, und zum Abschluss fand nach der kirchlichen Andacht an der Kapelle,  ein  kleines Zeltfest unter Beteiligung der Pilger aus nah und fern, und der Dorfbevölkerung statt. Die Anwohner der Marienkapelle hegen und pflegen diese Kapelle mit viel Liebe und Engagement. Dafür auch an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.

Inhalte von Google Maps werden aufgrund deiner aktuellen Cookie-Einstellungen nicht angezeigt. Klicke auf die Cookie-Richtlinie (Funktionell), um den Cookie-Richtlinien von Google Maps zuzustimmen und den Inhalt anzusehen. Mehr dazu erfährst du in der Google Maps Datenschutzerklärung.

GONZERATH/KLAUSEN. (sil) Seit mittlerweile 125 Jahren pilgern Gonzerather Gläubige nach Klausen. In diesem Jahr nahmen insgesamt 180 Menschen daran teil.

 

Erstaunlich munter sind die 80 Teilnehmer der Gonzerather Klausenwallfahrt, die sich um 6 Uhr in der Gonzerather Dorfmitte getroffen haben. Es wird gelacht und erzählt, dann gibt Berthold Wagner das Zeichen zum Abmarsch. Der erste Teil der Strecke führt durch den Wald nach Veldenz. Es ist noch stockdunkel, Taschenlampen werden benötigt. Fast im Minutentakt wird es dann jedoch heller, so dass man langsam wieder die eigenen Füße sieht.

Klara Stein, Hedwig Bohr, Rita Phillips, Gertrud Beicht, Resi Schmitt, Edeltrud Schabbach und Monika Dahm übernehmen nun das Zepter und werden bis Klausen nahezu unermüdlich den Rosenkranz vorbeten und Gesänge anstimmen. Klara Stein ist mit ihren 79 Jahren die Älteste im Bunde. Das merkt man ihr jedoch nicht an. Wie oft sie mitgegangen ist, weiß sie schon gar nicht mehr. "Mehr als 60 Mal bestimmt", erzählt sie. Im Voraus haben sie durchaus Zweifel geplagt, ob sie den Weg noch schaffe, "dann habe ich beim Gehen aber Kraft bekommen".

Auch ihre Mitstreiterinnen aus der Vorbetergruppe sind bereits zwischen 20 und 50 Mal nach Klausen gepilgert. "So lange es möglich ist, geht man eben mit", sagt auch Hedwig Bohr, die schon 50 Mal mitgepilgert ist. Scheinbar ist die Klausen-Wallfahrt ansteckend: Einmal erlebt, "muss" man immer wieder mitgehen. Nach drei Stunden und einer kurzen Rast erreicht die Gruppe gegen 9 Uhr die Mülheimer Brücke, an der weitere Pilger dazustoßen.

Beim darauf folgenden Anstieg im Weinberg übernehmen nun die Männer für kurze Zeit das Vorbeten. Durch die Weinberge hindurch wird gegen 10.30 Uhr Monzel erreicht. Dort kehren die Pilger in ein Gasthaus ein. Mit Kaffee und Broten stärken die sich. Auch das ein oder andere verschwitzte T-Shirt wird hier gewechselt, und "Profis" präparieren ihre müden Beine mit Salben und Latschenkiefer. Noch einmal stoßen weitere Pilger zur Gruppe dazu, so dass am Ende rund 100 Menschen zu Fuß in Klausen ankommen werden. Andreas Rösler ist mit 24 Jahren der Jüngste der Gruppe. "Ich wollte schon immer mal mitgehen, und dieses Jahr habe ich es nun endlich geschafft", erzählt er. Er hoffe, daraus Kraft zu schöpfen, und zeigt sich begeistert. "Das ist viel besser, als ich erwartet habe."

Kurz vor eins haben die Wallfahrer ihr Ziel erreicht: Mit Glockengeläut werden sie in Klausen empfangen und erhalten dort den Pilgersegen. Während ein kleiner Teil nun auch noch den Kreuzweg betet, kehrt die Mehrheit in Gaststätten ein, um Hunger zu stillen und Durst zu löschen.

Ortsvorsteher Dietmar Thömmes ist stolz auf "seine" Gonzerather: "Das ist eine klasse Leistung – und das schon seit 125 Jahren." Erfreulich sei auch die Teilnahme von Pilgern aus den umliegen Ortschaften. Auch Bürgermeister Gregor Eibes schließt sich dem Lob an und fügt hinzu: "Toll ist auch, dass gerade zum Jubiläum so viele Menschen mitgekommen sind." Denn zum feierlichen Hochamt in der Wallfahrtskirche mit Männergesangsverein und Kirchenchor ist noch einmal ein großer Schub hinzukommen.

"Insgesamt werden rund 180 Menschen teilgenommen habe", schätzt Berthold Wagner. Die Messe bildet den feierlichen Abschluss der Wallfahrt, einziges Manko dabei: der langsam einsetzende Muskelkater erschwert den ständigen Wechsel zwischen hinsetzen, aufstehen und hinknien. Aber das muss so sein, erklärt Renate Schneider lachend: "Wenn man keinen Muskelkater hat, ist man auch nicht richtig gepilgert."

Jubiläumspilgerung am 10.09.2005

     ISBN 3-87710-326-x